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Unsere Arbeitsprinzipien

Ziel ist es, den Adressat*Innen Unterstützung anzubieten, die dazu befähigt, Probleme in Zukunft angemessen selbst zu lösen. Hier geht es zunächst darum, Jugendliche im Sozialraum wahrzunehmen und ihnen zu zeigen, dass sie mit all ihren Fähigkeiten, Ressourcen und Problemen wahrgenommen und geschätzt werden.

 

Die Sozialarbeitenden arbeiten nach den zehn Grundprinzipien der Mobilen Jugendarbeit:

  • Akzeptanz

  • Freiwilligkeit

  • Ganzheitlichkeit

  • Parteilichkeit und Ressourcenorientierung

  • Niedrigschwelligkeit und Flexibilität

  • Beziehungsarbeit

  • Partizipation

  • Vertrauensschutz

  • Geschlechterbewusstes Arbeiten

  • Interkulturelles Arbeiten

 

Akzeptanz:

Jeder Mensch erhält Achtung und Wertschätzung durch die Mitarbeitenden. Den Adressat*innenwird Interesse gezeigt und Mut gemacht. Die Mitarbeitenden akzeptieren jeden Menschen so, wie er ist. Das heißt nicht, jegliches Verhalten zu befürworten. Die Mitarbeitenden beziehen Stellung, ohne direktiv zu sein. Sie gehen davon aus, dass die Adressat*inneneinen guten Grund für ihr Verhalten und ihre Entscheidungen haben und setzen sich mit ihnen darüber auseinander.

 

Freiwilligkeit:

Die Adressat*Innen entscheiden selbst über die Art und den Umfang des Kontakts und der Hilfe. Die Mitarbeitenden sind beim Streetwork zu Gast in der Lebenswelt. Sobald sie das Gefühl haben, sie sind nicht erwünscht, wird dies akzeptiert. In der individuellen Unterstützung entwickeln sie viele Ideen. Die Teilnahme an Angeboten oder Gruppen ist freiwillig.

 

Ganzheitlichkeit:

Die Mitarbeitenden sind grundsätzlich offen für alle Themen und Fragen der Adressat*Innen. Die Hilfe und Unterstützung ist nicht begrenzt auf spezielle Problemlagen.

 

Parteilichkeit und Ressourcenorientierung:

Die Mitarbeitenden übernehmen die Inte-ressensvertretungs- und Lobbyfunktion für die Adressat*Innen. Grundsätzlich orientie-ren sich die Mitarbeitenden an den Problemen, die die jungen Menschen haben, nicht an denen, die sie verursachen. Sie richten den Blick auf die Stärken der Adressat*Innen und fördern diese. Dies schließt die Konfrontation mit ihren nicht gesellschaftskonformen Verhaltensweisen, abhängig von der Beziehung zu den einzelnen Menschen, ein.

 

Niedrigschwelligkeit und Flexibilität:

Sämtliche Bedingungen, Voraussetzungen oder Hürden, die verhindern, dass ein tragfähiger Kontakt entstehen oder die Zielgruppe Angebote wahrnehmen kann, werden niedrig gehalten. Zeiten, Orte und Methoden werden flexibel auf die Bedürfnisse der jungen Menschen abgestimmt.

 

Beziehungsarbeit:

Die Mitarbeitenden halten verlässlich, kontinuierlich und über längere Zeit Kontakt, sodass die Adressat*innen langsam Vertrauen aufbauen können. Allein der wertschätzende und interessierte Kontakt ist eine wichtige Qualität in der Arbeit. Authentizität und Transparenz gegenüber den Adresat*innen ist dabei eine wichtige Voraussetzung.

 

Partizipation:

Aus den Bedürfnissen der Adressat*innenentwickeln die Mitarbeiten-den gemeinsam mit ihnen geeignete Angebote.

Vertrauensschutz: Ohne Einverständnis der Adressat*innenwerden keine personen-bezogenen Daten erhoben. Die Mitarbeitenden halten ihre Schweigepflicht strikt gegenüber anderen ein. Bei akuter Selbst- oder Fremdgefährdung steht das Wohl der gefährdeten Person im Vordergrund, weshalb die Mitarbeitenden dann auch ohne Zustimmung handeln.

 

Geschlechterbewusstes Arbeiten:

Die Mitarbeitenden machen spezielle Angebote für Jungen bzw. Männer und Mädchen bzw. Frauen. Gemischtgeschlechtliche Teams sind von Vorteil.

 

Interkulturelles Arbeiten:

Die Mitarbeitenden bemühen sich, die Handlungsweisen von jungen Menschen vor dem Hintergrund ihrer kulturellen Prägungen und Milieuorientierung zu verstehen.

 

(vgl. LAG Mobile Jugendarbeit/ Streetwork Baden-Württemberg e.V. 2011, S. 28-29)